Schwabinger Boulevard

 

Schwabinger Boulevard ist ein musikalisch-literarischer Abend

von und für Werner Schlierf.

 

Der Chanson-Poet Csaba Gàl spielt und singt von ihm vertonte Gedichte Schlierfs. Schon 2002 und 2004 war er mit Werner Schlierf gemeinsam aufgetreten und arbeitete auch später immer wieder mit ihm zusammen. So fügt es sich, dass Csaba Gàl 2009 die Leitung des KünstlerKreises Kaleidoskop übernommen hat, der 1987 von Werner Schlierf und Bernhard Ganter - unter Mitwirkung der Gräfin Sayn zu Wittgenstein und Prinz Luitpold von Bayern - gegründet worden war.

 

Der Schauspieler Manfred Erdmann liest Geschichten und Gedichte von Werner Schlierf. Da er, wie dieser, der deutschen Nachkriegs-Generation angehört, kann er vieles, was der „Chronist einer schadhaften Zeit“ – wie Schlierf sich selbst in seinem Buch Kiesgruben-Krattler“ bezeichnete – geschrieben hat, nachempfinden. Gemeinsam mit Csaba Gàl dem poetischen Werk Werner Schlierfs wieder zwei Stimmen zu verleihen, ist Erdmann nicht nur ein Anliegen, sondern auch eine große Freude.

 

 

Kritiken zur Premiere:

„Der Abend hat Werner Schlierf für ein paar Stunden auferstehen lassen, wie wir ihn wirklich kannten.“ (Conrad Cortin)

 

„Ich war sehr berührt, ein grandioser Abend.“ (Bernhard Ganter)

 

„Vielen Dank an Csaba Gàl und Manfred Erdmann für diesen bewegenden Abend.“ (Guido Verstegen)

 

  

Werner Schlierf (17.5.1936 - 1.3.2007),

geboren in München, aufgewachsen im Stadtteil Giesing.

1959 wird Schlierf der jüngste Augenoptikermeister Bayerns und macht sich 1960 in München-Giesing selbständig. Von 1961 bis 1962 besucht er die Meisterschule für Maler und Vergolder, an der Ludwig-Maximilians-Universität hört er Vorlesungen in Philosophie, Theaterwissenschaft und griechischer Mythologie. Neben seiner beruflichen Tätigkeit schreibt er Gedichte, Geschichten, Romane und Theaterstücke, die sich vor allem mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen.

Bereits 1960 erscheinen seine ersten Beiträge im Bayerischen Rundfunk, im Münchener Stadtanzeiger und in der Münchner Palette. Schon 1961 hat er erste Auftritte und Lesungen in der Katakombe und in der Seerose. 1963 erscheint sein erstes Buch im Selbstverlag. Werner Schlierf nennt sich selbst „Vorstadt-Poet“ und „Chronist einer schadhaften Zeit“, so wie im Untertitel seines Buches Kiesgruben-Krattler. 1969 verfasst er sein erstes Drama Rachmann. 1974 wird er Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und im Künstlerkreis „Seerose“. 1975 stößt er zu den Turmschreibern, einer Vereinigung allerbester bayerischer Mundartdichter und wird in den internationalen PEN-Club aufgenommen. 1983 erhält er den Bayerischen Roman-Preis, 1986 den Bayerischen Poeten-Taler. Es folgen zahlreiche Buch-veröffentlichungen und Uraufführungen.

2002 und 2004 tritt Werner Schlierf bei Lieder- und Leseabenden mit dem Chansonpoeten Csaba Gàl auf, der sein Nachkriegsstück Joe und Marianne“ ins Ungarische übersetzt und in Ungarn veröffentlicht.

2006 erhält Schlierf den Friedl-Brehm-Preis.

Werner Schlierfs Werke wurden mittlerweile in die englische, französische, italienische, spanische, ungarische und russische Sprache übersetzt. Seine Theater-stücke wurden nicht nur in München, sondern u.a. auch in New York, Charkow, Bozen und Meran aufgeführt. Trotz internationaler Anerkennung drängte es ihn immer wieder, auch in seiner bayerischen Muttersprache zu schreiben, zumal er ein absoluter Kenner der bayerischen Wesens- und Lebensart war. Seine Stücke haben Substanz, Engagement und Witz und bieten Unterhaltung im besten Sinne.

 

Auch als Maler hatte Werner Schlierf Erfolg, seine Bilder und Gemälde wurden in etlichen Ausstellungen gezeigt.

 

  

 

Csaba Gàl, Chanson-Poet, wurde 1963 in Ungarn geboren. Schon mit 13 Jahren begann er zu komponieren und studierte von 1983 bis 1986 in Debrecen Klassische Gitarre. Als Mitglied verschiedener Gruppen ging er dann auf Konzert-Tourneen durch ganz Europa. Seit 1986 lebt er in München und studierte hier am Richard-Strauß-Konservatorium. Neben der Musik wurde die Lyrik seine zweite große Leidenschaft. Seit 1998 präsentiert er mit großem Erfolg als Komponist und Interpret seine Gedicht-Lieder. „Die Musik von Csaba Gàl stimmt weich und aufmerksam zugleich, lenkt Ohr und Sinne vom Alltag ab, unverwechselbar ist seine Stimme: Sanft und kräftig zugleich.“ (Ursula Halbe)

Seit 2001 unterrichtet Csaba Gàl im KreativMusikforum München Klassische Gitarre und Liedbegleitung für Kinder und Erwachsene.

2002 und 2004 trat Csaba Gàl gemeinsam mit Werner Schlierf auf, von dessen Gedichten er eine große Zahl vertont hat. Sie traten gemeinsam im Münchner Gasteig, im „Giesinger Bahnhof“ und in der Umgebung von München auf (Germering, Gröbenzell). Außerdem übersetzte Csaba Gál Schlierfs Nachkriegsstück „Joe und Marianne“ und veröffentlichte es in Ungarn.

Mit Elisabeth Rass gestaltet er bis heute das musikalische Programm „Ungarn und ich“.

2008 schrieb er die musikalische Geschichte Der Ritter und der kleine Floh und gründete die Gruppe KÜKEN.

Seit 2009 ist Csaba Gàl mit großem Erfolg der Leiter des renommierten KünstlerKreis Kaleidoskop.

 

 

 

 

Manfred Erdmann, Jahrgang 1939, begann seine Theaterlaufbahn als Regie-Assistent (u.a. bei Wolfgang Spier, Carl-Heinz Schroth) und Schauspieler in Berlin (Renaissance Theater, Hebbel Theater), bevor er an das Burgtheater in Wien engagiert wurde. Dann folgten 25 Theater-Tourneen durch alle deutsch-sprachigen Länder und mehrere Gastspiele bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel; er arbeitete bei verschiedenen Unternehmen auch als Dramaturg und Produktionsleiter, bis er sein eigenes Tournee-Theater „Archon“ gründete. Seit dessen Schließung 1982 arbeitet er nur noch als Synchron- und Dokumentar-sprecher, Drehbuchautor und Dialogregisseur. Unzähligen Film- und TV-Darstellern lieh er bisher seine Stimme, u.a. Mister T in das „A-Team“, dem Comic-Verkäufer in den „Simpsons“ und Dr. Zoidberg in „Futurama“.

Inzwischen führt Manfred Erdmann auch Theater-Regie: Am Sankt-Max-Theater Gröbenzell inszenierte er 2010 „Ein Sommernachtstraum“ (Shakespeare), 2011 „Doppelselbstmord“ (Anzengruber) und 2012 „Der zerbrochene Krug“ (Kleist). 2013 folgt „Die Mausefalle“ von Agatha Christie.

 

In seiner Lesereihe unter dem Motto Ernst ist das Leben – heiter die Kunst

gestaltet Manfred Erdmann verschiedene Programme und begeistert seit einigen Jahren das Publikum in ganz Deutschland.

 

Dazu schrieb die Kritik:

„Manfred Erdmann begeistert; mit seiner tiefen Stimme feinste Nuancen treffend, mal nachdenklich, melancholisch, dann wieder fröhlich, heiter oder an manchen Stellen sogar alles zusammen, arbeitete Erdmann exakt den Charakter der feinsinnigen, mal traurigen, dann wieder lustigen, aber immer herzerwärmenden Texte heraus.“(Münchner Merkur).